{"id":204,"date":"2019-06-23T10:06:39","date_gmt":"2019-06-23T10:06:39","guid":{"rendered":"https:\/\/jens-fleck.de\/wordpress\/?p=204"},"modified":"2019-06-23T10:06:41","modified_gmt":"2019-06-23T10:06:41","slug":"aufhoeren-koennen-warum-ist-es-schwer-warum-halte-ich-es-fuer-richtig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/jens-fleck.de\/wordpress\/aufhoeren-koennen-warum-ist-es-schwer-warum-halte-ich-es-fuer-richtig\/","title":{"rendered":"Aufh\u00f6ren k\u00f6nnen. Warum ist es schwer? Warum halte ich es f\u00fcr richtig?"},"content":{"rendered":"<p>Am 8. Juni war es mal wieder soweit. Die Junge Union Hessen veranstaltete, wie jedes Jahr an Pfingsten, ihren Landestag (Gleichzusetzen mit einem Landesparteitag). Alle zwei Jahre ist dieser ganz besonders spannend, denn dann wir ein Landesvorstand gew\u00e4hlt. F\u00fcr mich pers\u00f6nlich nahm jedoch die Spannung in diesem Jahr etwas ab, da ich nicht nochmals kandidierte. Schon 2017 auf dem Landestag in Bad Homburg war klar, dass nach 8 Jahren Landesvorstand mit einem Alter von 33 Jahren Schluss sein sollte.<\/p>\n<p><strong>Warum f\u00e4llt es schwer?<\/strong><\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich war es f\u00fcr mich keine emotionslose Entscheidung und so manche Sekunden, im vergangen Jahr, dachte ich dar\u00fcber nach bis zum Endalter von 35 Jahren und mit dann 10 Jahren Landesvorstandszugeh\u00f6rigkeit aufzuh\u00f6ren, aber Erlebnisse und die \u00dcberzeugung das es richtig ist aufzuh\u00f6ren haben mich dann klar auf dem Weg gehalten dieses Amt aufzugeben. <em> <\/em><\/p>\n<p><em>Aber warum ist das so, warum f\u00e4llt es schwer?<\/em><\/p>\n<p>Es ist ja kein Erlebnis was nur ich hatte. Helmut Kohl entscheid sich z.B. nochmals 1998 anzutreten, wenn auch f\u00fcr etwas h\u00f6heres als einen Posten in einem Landesvorstand. Wenn man zur\u00fcckdenkt wird jedem eine Person unterschiedlichster Parteizugeh\u00f6rigkeit und Ebene einfallen der nicht loslassen konnte oder nicht kann.<\/p>\n<p>Ich habe f\u00fcr mich mal \u00fcberlegt woran das liegt und zwar an meinem Gef\u00fchlsleben der letzten 24 Monate.<\/p>\n<p><em>Man m\u00f6chte noch etwas bewegen<\/em><\/p>\n<p>Wenn auch ein sehr strapaziertes Argument, aber wahr. Man h\u00f6rt es immer und denk sich: &#8222;Eine Ausrede um es weiter zu machen&#8230;&#8220;, aber so einfach ist es nicht. Im Fall eines Landesvorstandes sind 2 Jahre kurz. Es gibt Ferienzeit und andere Aufgaben die einen von Projekten abhalten, welche man noch gerne umsetzen m\u00f6chte. Man will es einfach fertig machen, aber der Teufelskreis beginnt auf ein Neues. Irgendwann kommt dann wieder ein neues tolles Projekt das man &#8222;noch schnell&#8220; umsetzen will.<\/p>\n<p><em>Man ist jemand<\/em><\/p>\n<p>Das wohl am liebsten verwendetet Argument gegen Politiker. Man macht das Ganze aus Eitelkeit. Ich m\u00f6chte es aber mal so entkr\u00e4ften: W\u00fcrden Sie etwas machen und sich einen gro\u00dfen Teil der Lebenszeit mit Problemen und ihren L\u00f6sungsans\u00e4tzen herumschlagen ohne Anerkennung?<\/p>\n<p>Es ist immer sch\u00f6n gewesen als Landesvorstand begr\u00fc\u00dft zu werden, ein Gru\u00dfwort zu halten und auf einem Podium zu sitzen. Man hat sich zum Teil daran gew\u00f6hnt und Gewohnheiten legt man ungerne ab. Anderseits schmerzt es auch, dass in ein paar Jahren niemand mehr wei\u00df das man mal Landesvorstand war und was man gemacht und umgesetzt hat. Bei einer Jugendorganisation passiert das sogar noch schneller, weil die Menschen mit denen man Politik gemacht hat auch \u00e4lter werden und ausscheiden.<\/p>\n<p>Selbst ich musste feststellen, dass ich nicht mehr w\u00fcsste wer welches Referat im Landesvorstand inne hatte, als ich Kreisvorsitzender wurde.<\/p>\n<p>Es ist vermutlich der Schmerz der Bedeutungslosigkeit den manche davon abh\u00e4lt ein Amt, freiwillig, aufzugeben.<\/p>\n<p><strong>Warum halte ich aufh\u00f6ren f\u00fcr wichtig?<\/strong><\/p>\n<p>Die von mir genannten Punkte die einen vom aufh\u00f6ren abhalten, und es mag noch mehr geben, sind faktisch nur ein psychologischer Natur bzw. dem Ego geschuldet. Projekte kann auch der Nachfolger weiterf\u00fchren oder neu entwickeln und vergessen wird man ohnehin, wenn man nicht etwas einschneidendes Verursacht oder Erreicht hat. Die Menschen die mit einem jahrelang gearbeitet haben vergessen einen nicht und auch das was man miteinander erlebt hat. So geht es mir z.B. mit meinem Vorg\u00e4nger im Landesvorstand. Die breite Masse schon, da ihnen ggf. Die Rolle die man so manchesmal spielte nicht bewusst ist bzw. man auch die Rolle die man spielte selbst \u00fcbersch\u00e4tzt oder anders einsch\u00e4tzt.<\/p>\n<p><em>Warum halte ich es f\u00fcr richtig aufh\u00f6ren zu k\u00f6nnen?<\/em><\/p>\n<p>Ich k\u00f6nnte jetzt wieder die Geschichte bem\u00fchen und F\u00e4lle nennen, wo sich Menschen alles kaputt gemacht haben, was Sie mal erreicht haben nur weil sie nicht aufh\u00f6ren konnten. Das lasse ich aber an der Stelle, da dies jeder f\u00fcr sich analysieren kann.<\/p>\n<p>Meine \u00dcberzeugung war immer, dass die Menschen die mit einem arbeiteten es lieber bedauern sollten das man aufh\u00f6rt, als das sie jubeln. Am Ende wird man herausgetragen und das hilft keinem.<\/p>\n<p>Man muss auch gerade in einer Jugendorganisation merken das man \u00e4lter wird und sich dabei ertappen, dass man &#8222;Opa&#8220; ist &#8222;der vom Krieg erz\u00e4hlt&#8220;. Bei Vorschl\u00e4gen f\u00e4llt einem dann immer ein warum etwas nicht funktioniert und wie das in der Vergangenheit gescheitert ist. Warum soll es jetzt denn nicht klappen?<\/p>\n<p>Zudem kommt man in einen Trott. Im Landesvorstand ist es dann normal, dass man sich einmal im Monat in einen Raum sitzt, eine Sitzung abh\u00e4lt und bem\u00fcht ist so schnell wie m\u00f6glich die Antr\u00e4ge abzuhandeln. Das Feuer geht nach ein paar Jahren aus. Es war bei mir noch am brennen, aber nicht mehr so stark wie vor 8 oder 4 Jahren.<\/p>\n<p>Am Ende ist man fast 10 Jahre \u00e4lter als der Durchschnitt im Landesvorstand und muss auch erkennen, dass man eine andere Generation ist und mit seiner Generation Tipps geben sollte, aber die j\u00fcngeren mal ihr Ding machen lassen sollte.<\/p>\n<p>Alles in allem genug Gr\u00fcnde mal aufzuh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Der wichtigste Grund ist aber, dass wir von Erneuerung leben und man diese in einem gesunden Ma\u00df f\u00f6rdern sollte.<\/p>\n<p><em>Aber was mache ich, politisch, jetzt?!<\/em><\/p>\n<p>Eine Frage die von einigen Au\u00dfenstehenden kam und wo ich schon etwas lachen musste.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich bin ich noch CDU-Mitglied. Zwar auf einer anderen Ebene aktiv, aber man ist ja mal eingetreten um etwas politisch zu ver\u00e4ndern und nicht die Posten zu sammeln.<\/p>\n<p>Der JU geh\u00f6rte ich noch 2 Jahre als Mitglied an und gebe die anderen Aufgaben nun nach und nach ab.<\/p>\n<p>Ansonsten hei\u00dft es nun 30 Jahre warten, um dann Mitglied der zweitbesten Vereinigung der CDU zu werden! Der Senioren Union. \ud83d\ude09<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 8. Juni war es mal wieder soweit. Die Junge Union Hessen veranstaltete, wie jedes Jahr an Pfingsten, ihren Landestag (Gleichzusetzen mit einem Landesparteitag). Alle zwei Jahre ist dieser ganz besonders spannend, denn dann wir ein Landesvorstand gew\u00e4hlt. F\u00fcr mich pers\u00f6nlich nahm jedoch die Spannung in diesem Jahr etwas ab, da ich nicht nochmals kandidierte. 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